Kategorien
Türkei

Nemrut Dagi

Nachdem wir die Mittelmeerküste auf einer sehr guten Autobahn verlassen hatten, hiess unser nächtes Ziel Nemrut Dagi. Das ist ein Berg auf dem König Antioch rund 300 vor Christus einen Tempel hatte bauen lassen.

Dieser wurde von sechs, jeweils 22 Meter hohen Figuren bewacht, von denen einige noch erhalten sind. Obwohl die vielen Erdbeben und die Erosion der letzen 2300Jahre einiges zerstört haben, und die Köpfe der Statuen heruntergefallen sind, ist dies immer noch eine sehr sehenswerte und vor allem beeindruckende Stätte. Das ist das sogar das touristische Highlight im Osten der Türkei. Oben auf dem Berg hatte der König noch eine 50 Meter hohe Schutthalde auftürmen lassen, vermutlich um den Berg noch höher aussehen zu lassen. Was das für eine Arbeit gewesen sein muss all dies hier oben zu bauen ist nur schwer vorstellbar.
Die Strasse hinauf auf diesen Berg, ist an sich schon sehr spektakulär zumal wir die kurze und noch steilere Variante wählten um heraufzukommen. Wir wissen nicht wieviel Prozent Steigung diese Strasse hat, aber in den Kehren mussten wir des öfteren in den ersten Gang schalten um überhaupt um die Kurve zu kommen. Der Berg steht
auch ziemlich isoliert zwischen den anderen Hügeln und bietet einen sehr spektakulären Ausblick über das umliegende Land.
Wir hatten tatsächlich Glück mit dem Wetter, keine Wolken waren zu sehen, erst am Abend zogen ein paar kleinere Wolken vorbei. Wir hatten es geschafft die 450km so zu absolvieren dass wir noch den Sonnenuntergang miterleben konnten. Natürlich waren wir nicht
alleine, denn oben warteten schon viele kleine Busse, welche die Touristen hier hoch gebracht hatten. Aber es war alles im erträglichen Rahmen, zumal grosse Reisebusse den Berg nich hochkommen würden.

Vom Parkplatz aus muss man einen steilen Hang hinauf um zum Gipfel zu kommen und so muss man sich den Sonnenuntergang erst einmal verdienen. Die lauffaulen Touristen können sich per Maultier hochbringen lassen. Aber wir waren uns nicht so sicher ob dieses Gehoppel tatsächlich eine Erleichterung darstellt oder nicht. Wir hatten ein paar Mal Angst, dass einer der Leute hinterrücks vom Maultierrücken, der Schwerkraft folgend uns entgegenpurzeln würde.

Interessanterweise schauten alle Leute den Sonnenuntergang an, der aber gar nicht so toll ist. Es gibt ja keine spektakulären Berggipfel die man sehen könnte. Die Figuren hatten vermutlich schon vorher alle abgelichtet. Das war gut für Jan, denn so konnte er das schöne Abendlicht dazu verwenden die antiken Reste zu fotografieren. Leider war vieles abgesperrt und die besten Fotopositionen so nicht möglich.

Kaum war die Sonne untergegangen wurden wir von den Parkwächtern schon zum Aufbruch aufgefordert. Das war wohl auch nötig, denn es wird schnell dunkel hier Oben. Wir hatten aber Vollmond und der leuchtete wirklich sehr hell es gibt ja sonst keine künstlichen Licher in der Gegend.
Ausser uns und den Leuten vom Cafe und den Jandarmeria fuhren nach und nach alle wieder weg und es wurde schnell still. Wir hatten vorher bei der Jandarmeria gefragt ob wir hier übernachten dürften und hatten uns das einzig halbwegs ebene Stückchen ausgesucht um Nanuk zu parken.
Kurz nach Neun war die Luft rein und Jan machte sich im Vollmondschein wieder auf den Weg nach oben. Denn so eine Fotochance würde sich kein Fotograf entgehen lassen. Oben angekommen, bot sich dann auch das erhoffte Bild und Jan fotografierte noch einmal alle Statuen im Mondlicht. Dazu leuchtete ein dunkelblauer Himmel mit vielen Sternen. Das Fotoherz schlug nicht nur vom schnellen Aufstieg höher. Kurz vor Mitternacht stieg er wieder ab.

Es wurde eine kurze Nacht, da um vier Uhr Morgens die nächsten Touristen der Sonnenaufgangsfraktion auf der Matte bzw. dem Parkplatz standen. Das waren aber deutlich weniger als gestern Abend und so hielt sich der Lärm in Grenzen, zumal auch diese Leute erst noch wach werden mussten. Spätestens im steilen Aufstieg wurde eh nicht mehr geredet, denn dazu fehlt hier oben den meisten Leuten einfach die Luft.

Wir sparten uns das Aufstehen und den anstrengenden Aufstieg, denn uns war klar, dass es nicht besser als in der Nacht werden konnte.

Noch ein kurzer Nachtrag…Beim Sonnenuntergang waren rund 150 Leute auf der westlichen Terasse versammelt gewesen. Und als die Türkinnen Lola entdeckten, war für eine ganze Weile alles Andere egal. Da wurden sämtliche Fotoapparate, Handys und Kameras gezückt um Lola abzulichten.
Sie findet das ja immer lustig und fängt an zu lachen, das hat dann zur Folge, dass sich die Leute noch mehr auf sie stürzen. Zumal diese Aufregung auch den anderen Leuten nicht entgeht – und die natürlich auch schauen möchten was da los ist…Man könnte es fast als Teufelskreis bezeichnen und wir amüsieren uns immer prächtig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.