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Türkei

Nemrut Gölü

Interessanterweise gibt es noch einen Berg der Nemrut Dagi heisst und ein paar hundert Kilometer östlich, des bekannteren Bruders mit den Statuen liegt.

Dieser war unser nächstes Ziel, das wir mit einem Abstecher über Mardin und Hasankeyf erreichten. Mardin und Hasankeyf sind beides schöne Städtchen, die wir aber eher im vorbeigehen angeschaut haben. Das interessante an Hasankeyf ist die Lage am Tigris Fluss, der ja schon in der Bibel erwähnt wird. Das heisst wir befinden und nun im Dreistromland. Vor langer Zeit war Hasankeyf auch eine sehr wichtige Stadt, was man noch an der imposanten Brücke über den Tigris ermessen kann. Diese Brücke muss seiner Zeit als architektonische Meisterleistung gegolten haben. Wir haben die Ruinen und Felsenbehausungen angeschaut und sind dann weitergefahren bis BATMAN…
Tja Batman lebt und zwar hier in der Türkei. Diese Stadt wäre an und für sich nicht weiter erwähnenswert gewesen für uns, wäre hier nicht unserer erster Reparaturstop gewesen. Seit vorgestern war unser Wassertank unter dem Auto undicht und wir haben alles Wasser verloren.
Also suchten wir an der für jede Stadt üblichen Automeile jemanden der schweissen konnte. Wir wurden bei einem Auspuffspezialisten fündig. Nach rund 90 Minuten hatter er die fünf Löcher, sauber zugemacht und wir konnten weiterfahren. 30 Minuten davon waren sicher vergangen um ihm und den anderen 8-10 Personen zu erklären was wir gerne haben möchten.
Die Löcher stammten von der Füllstandsanzeige, die uns unterwegs abgefallen war. Da diese sowieso ausser Betrieb war, hielten wir es für angemessen die Löcher schweissen zu lassen.

Wir können an dieser Stelle noch von Kühen auf der Hebebühne berichten, denn zwei Buden weiter war ein Kleinlaster mit zwei Kühen auf der Ladefläche in Reparatur und so wurde der Laster samt Fracht nach oben gehievt. Völlig normal hier- ob’s für die Kühe auch normal war wissen wir leider nicht.

Doch eigentlich wollten wir ja vom erloschenen Vulkan Nemrut Dagi oberhalb von Tatvan berichten. Dieses ereichten wir zu später Stunde. Und nach einigem Suchen fanden wir auch die Abzweigung zum Berg beziehungsweise hinauf zum Kraterrand.
Oben angekommen kam uns ein Auto entgegen mit zwei tschechischen Touristen und ihrem Fahrer. Sie meinten, dass nach 300 Metern die Strasse unpassierbar wäre und der Fahrer sah ziemlich nass und matschig aus. Er hatte offenbar festgesteckt. Wir wollten uns das erst einmal anschauen, da Nanuk ja ein Geländewagen ist und kein Fiat mit abgefahrenen Reifen.
Da die Strasse hier oben ja nur eine geschobene Piste war und rechts im Hang noch viel alter Schnee lag, kam überall viel Wasser den Hang hinunter und an besagter Stelle war dieser doch schon reichlich wasserführende Rinnsal so nett gewesen und hatte einen Teil der Strasse weggespült. Aber es war breit genug um mit Nanuk durchzukommen. Jan stieg aus und wies Liliane und Lola den Weg.

Danach war die Piste wieder recht gut und wir beschlossen, an der nächsten Kreuzung den kürzesten Weg zum See zu nehmen, da es schon am eindunkeln war und wir dort schlafen wollten. Es kamen noch ein paar Stellen wo wir erst aussteigen mussten um zu sehen ob alles stabil genug war, aber keine war so schlimm wie die oben am Kraterrand.
Dann erwischte Liliane leider einen grösseren Felsbrocken der auf der Piste gelegen hatte – mit zwei Mal rumpeln war er unter dem Auto durch. Bei der nächsten kritischen Stelle stieg Jan wie üblich aus dem Auto und bemerkte sofort einen starken Dieselgeruch – ihm schwante übles.
Er rannte sofort hinter das Auto wo munter der Diesel aus dem Tank bzw. dem Verbindungsschlaucht plätscherte. Sofort wurde der Schraubenzieher und eine Zange ausgepackt und so bewaffnet schmiss er sich sofort unter das Auto um das Ganze notfallmässig zu reparieren. Denn hier oben in der Einöde stehen zu bleiben, war nicht gerade das was wir wollten. Nach rund fünf Minuten war das Leck soweit geflickt, dass es nur noch ganz selten leicht tropfte. Wieviel Diesel wir verloren hatte konnten wir nicht sagen. Ein paar Liter werden es vermutlich gewesen sein. Schöne Sauerei!

Das war doch genügend Aufregung zu so später Stunde und wir parkten Nanuk bei der nächsten Gelegenheit, zumal die Piste bis ganz zum See hinunter in so schlechtem Zustand war, dass an weiterfahren
nicht zu denken war. Da Jan und sein Pullover ziemlich dreckig waren und voller Diesel, war erst einmal Waschen am See angesagt. Und das bei rund 8°C, der See wohl nicht viel wärmer…

In der Nacht kam dann starker Wind auf und es begann immer wieder stark zu regnen. Wir verbrachten eine sehr unruhige Nacht zumal wir ziemlich besorgt waren, dass die Auswaschung am Kraterrand bei diesen Wassermengen noch grösser werden könnte und wir dann diese Stelle nicht mehr passieren würden können. Aber an eine Fahrt in dunkler Nacht war ebensowenig zu denken, also beschlossen wir bis zum Morgen zu warten. Das waren aber lange Stunden…

Am nächsten Morgen war alles in dichten Nebel verhüllt und es war nur noch 6 Grad draussen. Der Weg in Richtung Kraterrand war immer noch gut zu fahren, dieses Mal überfuhren wir den Felsen, der auf dem Weg lag nicht mehr und nach rund 3 Kilometern kamen wir wieder an die
Auswaschung. Da Nanuk fast 3 Tonnen schwer ist, wussten wir, dass wir so nicht über die Stelle fahren konnten, denn alles war ziemlich aufgeweicht. Seit gestern war der fahrbare Weg um weitere 50cm schmaler geworden. Das hatte gestern gerade noch so ausgereicht um durchzukommen aber heute wäre das vermutlich nicht mehr ausreichend gewesen. Also wurde der Spaten herausgeholt und Jan begann damit die Schneewächte abzugraben um rund 50 cm Breite zu gewinnen. Dazu sammelten wir Steine, die wir zusammen mit dem Schnee in die Auswaschung kippten. Dazu kam noch Sand um dem ganzen etwas mehr Stabilität zu verleihen. Wir mussten ja
keine Lösung bauen die ewig hält sondern eine die stabil genug war um mit Nanuk einmal darüberzufahren.
Nach rund 45 Minuten Schaufelei massen wir noch einmal die Breite mit
unserem Spaten ab – und probierten es. Nanuk fuhr problemlos darüber aber die Stelle war hinterher doch ziemlich eingedrückt.

Oben am Kraterrand angekommen sah man die Hand vor den Augen kaum noch und es pfiff ein starker Wind und der Regen begann runterzuprasseln. Das hatten wir also noch gerade rechtzeitig geschafft. Was uns dann erwartete war ein absolut heftiges Gewitter mit einem braunen Himmel. In der Luft muss so viel Staub gewesen sein, das sah man an den Regentropfen, die auf unsere Scheibe fielen.

Wir fuhren am hinunter zum Vansee und dann diesen Entlang in Richtung Norden und hofften auf baldige Wetterbesserung. Irgendwann sahen wir am Wegesrand einen orangen VW Bus mit Zürcher Kennzeichen und hielten an. Wir trafen Romy und Miro die ebenfalls auf einer langen Reise sind. Aber davon erzählen wir euch ein ander Mal.

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