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Pakistan

Hunzatal und Karimabad

Nach acht Tagen in Gilgit wurde es Zeit wieder einmal etwas neues zu sehen. Wir fuhren den KKH rund hundert Kilometer weiter nach Norden. Die Strecke verlief, wie alle Strassen hier, in einem Flusstal. Doch im Gegensatz zum bisherigen Karakorum Highway war diese deutlich grüner und die Berge wurden noch höher.
Irgendwann kam dann der Rakaposhi in Sicht, dessen oberste Bergspitze wir schon von Gilgit aus sehen konnten. Dieser wunderschöne, eisbedeckte Berg, hat die Achttausendermarke knapp verfehlt, was seiner Schönheit aber kein Abbruch tut.
Baltit fort with flowersLola enjoying her hikeNanuk and rakaposhi mountainNanuk in KarimabadNanuk near one of the few briggesNanuk on the way to Karimabad with Rakaposhi in the backgroundThe fort with ultar peak in the backgroundThe peak of Ultar mountain

Von der Strasse aus können wir die nördliche Flanke komplett sehen, dort schimmert und glänzt alles eisig. Sicherlich kein einfach zu besteigender Berg. Dafür sorgt natürlich schon alleine seine enorme Höhe. Wir hatten in Gilgit mit einem Guide gesprochen und mit ihm abgemacht, dass wenn Lola alt genug ist, wir zurückkommen werden um den Berg zu besteigen. Naja vielleicht reduzieren wir das auf den Besuch des Basecamps…(Papa wird ja auch nicht jünger…)

Als wir in Karimabad eintreffen, erleben wir eine echte Überraschung. Denn dieses Dorf ist mit Abstand das Schönste, dass wir in ganz Pakistan gesehen haben. Wir wohnen in einem kleinen Hotel mit einem kleinen Garten. Das Dorf liegt auf rund 2500 Metern Höhe, und die Temperaturen sind sehr angenehm. Nachts kühlt es schön ab und wir können endlich mal wieder richtig gut schlafen, nach all der Hitze der letzen Wochen.

Eingige Sachen fallen in Karimabad sofort auf. Es ist deutlich sauberer als im Rest des Landes, hier liegt wenig Müll in der Gegend rum, dazu ist es sehr grün. Dann fällt sofort auf, dass die Frauen hier teilweise ohne Kopftuch unterwegs sind und alles etwas lockerer zuzugehen scheint. Jan kann als Mann die Frauen grüssen und diese grüssen zurück und schauen ihn sogar an. Das ist sehr ungewöhnlich in einem ansonsten recht strenggläubigen Land. Auch sind die Kleider, welche die Frauen tragen deutlich bunter und man spürt hier auf der Strasse mehr Lebensfreude.

Wir fallen hier natürlich wieder auf wie die bunten Hunde, da es ausser uns keine ausländischen Touristen hat. Dabei war Karimabad vor dem elften September eine echte Touristenhochburg. Glücklicherweise haben wir Verstärkung aus Österreich dabei, denn Rudi und Kerstin sind mit ihren KTMs auch nach Karimabad gefahren. So sind wir immer zu viert unterwegs, was den Auffallfaktor noch einmal erhöht.

Oberhalb von Karimabad thront ebenfalls ein riesieger Berg – der Ultar. Wir verbringen viel Zeit damit diesen Bergriesen zu bestaunen, denn er ändert sein Äusseres immer wieder – je nach Tageszeit. An einem Tag packen wir Lola ins Tragetuch und machen uns in Richtung Basecamp des Ultar auf. Aber an einem Punkt müsste man dazu einen kleinen Wasserfall übersteigen und so beschliessen wir, es an dieser Stelle gut sein zu lassen. Rudi und Jan laufen noch weiter bis ans Ende des Tals von wo aus es noch eine halbe Stunde bis zum Basecamp gewesen wäre.
Der Wanderweg dorthin ist unglaublich, er wurde direkt in eine vertikale Wand gebaut und man fragt sich wie das gemacht wurde. Rechts des Weges geht es rund 200 Meter „ins Loch runter“, da kann einem schon schwindlig werden. Einen falschen Schritt sollte man sich hier nicht erlauben.

Wir verbringen vier schöne Tage hier oben und können am letzen Tag auch noch Janus und Ursel begrüssen, die nichzt weit von hier wandern waren. Nun waren die wenigen Overlander im Norden Pakistans also wieder vereint und wir konnten noch einmal viel Deutsch reden und die letzten Neuigkeiten austauschen.
Schweren Herzens machten wir uns wieder auf den Weg nach Gilgit, denn unser Visa läuft aus und wir können nicht mit den anderen mit ans Shandur Polo Festival. Dieses Mal sagten wir für lange Zeit auf Wiedersehen, denn diese Vier werden wir erst wieder nach unserer Rückkehr in Europa sehen können. Wir wünschen allen eine gute Heim- bzw. Weiterreise.

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