Verschiffung nach Australien

Wir haben von Neuseeland nach Australien verschifft, das war im Vergleich zur Verschiffung von Indien nach Neuseeland geradezu einfach. Das lag zum einen an der Tatsache, dass wir die Sprache beherrschten und zum anderen auch daran, dass unsere Spedition in beiden Ländern Niederlassungen hatte. Das macht vieles einfacher.

Gleich vorab sei gesagt sei gesagt, dass wir eine Verschiffung von Europa nach Australien erst ab einer Dauer von mindestens 6 Monaten empfehlen würde. Denn eine Verschiffung nach Australien und zurück kostet rund 10’000 Euro (Stand 2013). Dafür kann man schon recht lange ein Auto mieten. Oder man kauft sich eins und selbst wenn dies am Ende der Reise mit deutlichem Verlust verkauft werden muss kommt es unterm Strich viel billiger.

Wenn das Geld für die Verschiffung vorhanden ist kann es sich aber auch lohnen mit dem eigenen Fahrzeug zu kommen, vor allem dann wenn man ein sehr gut ausgebautes Expeditionsmobil hat, das einem dann viel Freude macht. Gerade für Geländemobile ist Australien ein Traumland, welches unendlich viele Möglichkeiten bietet abseits der normalen Touristenrouten das Land zu erkunden.

Was braucht ihr?

carnet

Wie bereits im allgemeinen Teil beschrieben – Ein „Carnet de Passage„. Darauf gehe ich jetzt nicht näher ein. Einen australienspezifischen Hinweis hierzu habe ich allerdings noch… Wer sein Auto in Australien lässt, verliert nicht nur die Sicherheitsleistung die für das Carnet hinterlegt wurde, sondern handelt sich auch noch eine satte 12’000 AU$ teure Zollstrafe ein. Also denkt noch nicht mal darüber nach euer Auto in Australien lassen zu wollen-es lohnt sich nicht.

Der ADAC wird euch ebenfalls über die Versicherungsbestimmungen in Ausrtalien informieren und die Biosecurity. Das sind zwei Hürden – aber keine die man nicht nehmen könnte. Wir habens ja auch geschafft und wenn man die richtigen Infos hat geht das alles problemlos über die Bühne.

Registration

Euer Fahrzeug MUSS im Heimatland registriert sein. Was heisst das? Ihr braucht Nummernschilder- was kein Problem ist, sollte euer Auto angemmeldet sein. Wer aber 12 Monate nach Australien geht wird sich fragen wozu er dann daheim Versicherung bezahlen soll, die ihm ja nichts bringt. Dazu sei zu sagen, dass man da mit den Versicherungen reden kann. Einige bieten eine ruhende Versicherung an. Aber um die KFZ Steuer kommt man so vermutlich nicht.

Wir kamen aus der Schweiz und hatten unser Auto in Pakistan abgemeldet. Aber es gibt in der Schweiz eine temporäre Stilllegung zu machen. So wie man das von Motorräden her kennt, die man im Winter nicht fährt. Man behält so die Fahrzeugpapiere gibt die Nummernschilder zurück – das kann man bis zu zwei Jahren so machen. Dann braucht man allerdings Ersatzschilder, solche sind in der Schweiz aber illegal. Was tun? Wir sind nach Deutschland zu einem Schilderdienst gefahren und haben uns Schilder machen lassen. Die sahen zwar gar nicht wie schweizer SChilder aus- was aber egal war. DEnn wichtig ist das was drauf steht. Und das musss mit dem Carnet bzw. den Fahrzeugpapieren übereinstimmen. Die Australischen Behörden konnten wir überzeugen, dass unser Fahrzeug daheim registriert ist. Das stimmte ja auch- einfach nicht angemeldet. Mach aus unserer Sicht aber auch keinen Unterschied- denn man hat ja keine anderen Dokumente die man vorlegen könnte. Ich denke es geht da einfach darum, dass keine gestohlenen Autos verschoben werden.

Versicherung

Das wird nun etwas länger, denn da gibt es deutliche Unterschiede zum System in Deutschland oder der Schweiz. Das sind die beiden Länder, wo ich weiss wie der Ablauf ist. Ich erkläre das ziemlich detailiert, denn wer das System verstanden hat wird am Ende Zeit sparen.

Bei uns (D + CH) braucht jedes zugelassene Fahrzeug mindestens eine Haftplichtversicherung. Das ist Bundesweit geregelt und in allen Kantonen bzw. Bundesländern einheitlich geregelt. Leider ist das in Australien NICHT der Fall.

Zweiter Unterschied: In Australien ist die Haftplfichtversicherung anders aufgebaut als bei uns. Bei uns (D + CH) sind Personenschäden und Sachschäden abgedeckt, wenn eine Haftpflicht abgeschlossen wird. In Australien sind das zwei separate Versicherungen (CTP und personal damage).

Die sogenannte CTP (compulsory third party insurance) ist in ganz Australien Pflicht. Diese deckt aber NUR die Sachschäden an den verunfallten Fahrzeugen ab. Personenschäden können dazu versichert werden, dies ist aber freiwillig und viele Australier haben diese Versicherung nicht um Geld zu sparen.

Normalerweise wird die CTP beim Anmelden eines Autos bezahlt, bzw. man bekommt keine Schilder wenn man nicht nachgewiesen hat, diese bezahlt zu haben. Also ähnlich wie in D oder CH.

Ich habe oben aber nicht die ganze Wahrheit erzählt als ich gesagt habe das sein in ganz Australien Pflicht. Denn da gibt es noch den Staat New South Wales (also Sydney). NSW ist der einzige Staat der das anders macht. Da ist die CTP bei der Autosteuer mit drin. Das heisst du kannst in NSW keine CTP abschliessen.

Da in NSW nur sehr wenige Ausländer mit eigenem Auto kommen, hat man beschlossen all denen die mit einem Carnet anklopfen den gleichen Status wie einem normalen Einheimischen einzuräumen. Das heisst du bekommst die Versicherung umsonst. Du wirst einfach behandelt wie ein Einheimischer. Das hört sich auf den ersten Blick super an – jetzt kommt aber der Haken an der Sache. So lange du nur in NSW rumfährst geht das, aber NICHT wenn du in die anderen Staaten willst, denn die wollen immer noch ein CTP Nachweis von dir, den du ja dann nicht hast.

Bei NSW-Australiern gilt aber, wenn du eine gültige NSW-Registration hast, kannst du im ganzen Land fahren. Also für Ausländer ein echtes Problem.

Wir kamen ja in Sydney an und waren somit erst mal fein raus. Allerdings dauerte es ein paar Tage bis wir das, was ich da oben geschrieben hatte herausgefunden hatte. Denn mit Carnet und ausländischen Autos kennt sich erst mal niemand aus. Und ich bin ziemlich lange in Sydney herumgerannt bis mir jemand verlässlich sagen konnte wie es wirklich läuft.

Um auch ausserhalb von NSW fahren zu dürfen haben wir folgendes gemacht. Wir sind nach Brisban/Queensland gefahren und haben dort eine CTP Versicherung gelöst für ein Jahr. Damit konnten wir eine sogenannte temporäre Registration unter dem Dach des Carnets beantragen. Diese galt dann für ganz Australien, da wir ja eine CTP nachweisen konnten. Das war aber eine Rennerei, weil das was ich jetzt so leicht schreibe erst mühsam herausgefunden werden musste. Ausserdem waren wir von der Grenze NSW bis Brisbane ohne Versicherungsschutz und somit illegal unterwegs.

Deshalb meine Empfehlung nicht nach Sydney bzw. NSW zu verschiffen. Geht gleich nach Westaustralien, Queensland oder in die Northern Terretories. Wir haben auch schon die Erfahrung gemacht, dass kleinere Städte mit kleineren Häfen einfacher sind. Die Wege zu den einzelnen Ämtern, dem Hafen, Behörden und der Spedition liegen einfach näher aneinander. Am Anfang hat man ja noch kein Auto und so kann man sich das Leben einfacher machen

So nun zu den Kosten. Wir haben die CTP für ca. 320 AU$ abgeschlossen. Das war nur für ein Jahr möglich, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt nur noch acht Monate im Land hatten.

Dazu wollten wir auch Personenschäden versichern und das konnten wir über den Kings Cross Car Market in Sydney tun. Die Personenversicherung (Third party personal Insurance – Green Slip) kostete uns 450 AU$ für ein Jahr. Die Versicherung kann man telefonisch abschliessen, egal ob man in Sydney ist oder nicht. Das ging schell und ohne Probleme – innerhalb von einem Tag hatten wir die Police. Man braucht einfach eine Email Adresse oder ein Fax, damit sie die Police als PDF-Dokument schicken können.

Wenn ihr euer Auto in Europa angemeldet lasst, empfiehlt es sich vom Versicherer eine englische Versicherungsbestätigung geben zu lassen.

Inspektion

Die Inspektion oder auch „Roadworthy Test“ ist ebenfalls uneinheitlich geregelt. In Sydney war es der Strassenbehörde egal, in Queensland mussten wir das Auto zeigen als wir die temporaäre Zulassung gemacht (Brisbane). Das war aber super einfach. Die Dame vom Schalter kam mit uns nach draussen und es wurde das Licht, die Gurte, Blinker, Bremsen und Handbremse angeschaut. Dazu wurde die Motor und Chassisnummer mit dem Carnet verglichen – es ging rund 5-10 Minuten und die Sache war erledigt.

Alles in Allem solltet ihr rund 5-10 Arbeitstage einrechnen bis ihr euer Auto auf der Strasse habt. Wenn ich das nochmal machen müsste, würde ich direkt nach Brisbane verschiffen und wäre so schneller, aber nun weiss ich ja auch schon wo die einzelnen Ämter sind und welche Reihenfolge zu beachten ist. Ihr könnt euch viel Stress ersparen, wenn ihr euch von Anfang an mehr Zeit einrechnet. Ihr seid ja in den Ferien – da sollte man nicht stressen.

Visum und Internationaler Führerschein

Bei der Anmeldung in Queensland mussten wir eine Kopie unseres Visums vorlegen und sie wollten unsere internationalen und normalen Führerscheine sehen. Die Visabestätigung war ein echtes Hinderniss, da diese in Australien nur noch elektronisch vergeben werden. Man bekommt keinen Stempel mehr in den Pass. Bei der Zuteilung bekommt man jedoch einen Link auf eine Webseite wo man sich das anschauen kann. Es emfiehlt sich diese Bestätigung auszudrucken. Das hat uns einige Nerven im Amt gekostet, weil wir da nicht so einfach dran kamen. Wir hatten unsere Laptops nicht dabei, wo wir den Link abgespeichert hatten.

Biosecurity

Es geistern wahre Horrorstories durch die Gegend, dass es praktisch unmöglich sei, das eigene Auto nach Australien zu bringen, wegen der strengen Biosecurity-Auflagen. Dazu können wir nun aus eigener Erfahrung sagen, es ist nicht annähernd so schlimm wie teilweise berichtet wird. Die Regelungen sind streng, aber nicht unüberwindbar.

Die ganzen Biosecurity-Bestimmungen werden vom „Department of Agriculture, Fisheries and Forestry“ kurz Daff erlassen und auch kontrolliert.

Wenn ihr mit dem eigenen Auto kommt muss es sauber sein – vor allem von Aussen. Es darf nirgends sichtbarer Dreck vorhanden sein. Was aber nicht heisst, dass es nicht leicht staubig sein darf. Wir sind mit dem Dampfstrahler unter das Auto gegangen und haben einfach alle Radkästen und Hohlräume sauber ausgestrahlt, danach mussten wir noch zum Hafen fahren und wir hatten leichten Stauf auf dem Chassis, das war kein Problem. Die können schon erkennen ob ein Fahrzeug gut gereinigt wurde oder nicht.

Im Auto selbst hatten wir lediglich gesaugt. Die Behörden interessieren sich mehr für eure Liste mit den persönlichen Effekten. Diese wurde im allgemeinen Teil der Verschiffung schon behandelt. Alles was im weitesten Sinn mit Camping zu tun hat ist für die Inspektoren interessant. Also Campingstühle, Tische, Wanderschuhe und Zelte – Dinge die mit dem Boden in Kontakt kommen. Schaut dass diese Sachen sauber sind, sie werden ziemlich sicher kontrolliert werden.

Wenn ihr Lebensmittel im Auto habt ist das OK so lange diese industriell verpackt sind. Das bedeutet sie müssen verschweisst sein und ein Ettikett haben, dies darf NICHT handgeschrieben sein. Büchsen sind ebenfalls kein Problem. Auf der Daff Webseite gibt es eine Liste mit verbotenen Lebensmitteln. Das sind z.B. Honig, Nüsse und Orangen. Diese dürfen gar nie importiert werden auch wenn sie wie oben beschrieben richtig verpackt wären. Im Zweifelsfall nicht mitnehmen oder deklarieren. Dann wird es euch einfach weggenommen. Wenn ihr aber etwas nicht deklariert und es dann gefunden wird, kommt ihr in teufels Küche. Also lieber zu viel angeben, die Zöllner sind umgänglich. Wir sind mit dieser Taktik gut gefahren.

2 Gedanken zu „Verschiffung nach Australien“

  1. Das kommt auf die Grösse deines Mobils an. Wenn du es in einen standard Container bringst denke ich bist du irgendwo zwischen 1500 und 2000 NZ Dollar dabei. Da die Preise aber sehr variieren würde ich mal 2-3 Anbieter anfragen.

  2. hi, was mein ihr kostet dir verschiffung eines nissan homys von neuseeland nach malaysia o.ä?

    lg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.