Biennathlon 2010

Am Samstag 19 Juni 2010 war es wieder einmal soweit. Der dritte Biennathlon stand auf dem Programm, ein Rennen auf das ich mich immer freue, weil es für mich immer ein Spass ist in einem Team gemeinsam zu starten.

Am Samstag 19 Juni 2010 war es wieder einmal soweit. Der dritte Biennathlon stand auf dem Programm, ein Rennen auf das ich mich immer freue, weil es für mich immer ein Spass ist in einem Team gemeinsam zu starten. Nachdem wir im letzten Jahr schon Dritte geworden waren, wollten wir in diesem Jahr versuchen uns endlich die Uhren zu holen, welche nur die Sieger bekommen. Im letzten Jahr fehlten uns am Ende fast vier Minuten auf das Siegerteam und rund 7 Sekunden zur Silbermedallie.

Schon im Winter war klar, dass alle Beteiligten vom letzten Jahr wieder dabei sein wollten am diesjährigen Biennathlon. Auch in diesem Jahr organisierte Rico wieder alles bestens und wir mussten eigentlich gar nichts machen. Irgendwann kam dann der Anruf von Rico dass er Lungenentzündung hat und es wurde schnell klar, dass er in diesem Jahr nicht starten würde können. Er war zwar am Renntag wieder gesund aber das war zu kurzfristig um den Trainingsrückstand wieder aufholen zu können. Also fragte ich mal ganz unverbindlich bei Patrick an der letztes Jahr in unserem Gigathlonteam für uns geskatet war. Und siehe da er hatte Zeit und sagte sofort zu. So stand also fest dass wir in diesem Jahr bis auf Rico mit dem gleichen Team würden starten können.

Schnell kamen die ersten Rechenexempel auf den Tisch und diese ergaben dass wir in diesem Jahr eigentlich versuchen könnten ganz nach oben auf’s Treppchen zu kommen.

Das Wetter bzw. die Wettervorhersage war schon in der Woche vor dem Rennen extrem schlecht und als wir in unserem riesigen Mietbus nach Biel fuhren wurde auch schnell klar, dass sich die Wetterfrösche nicht zu unseren Gunsten verkalkuliert hatte. Es goss doch ziemlich und wir hofften dass bis zum Start um 15:00 Uhr wenigstens eine Regenpause kommen würde.

Wir hatten Glück und wurden erhört- es war sogar halbwegs trocken als Patrick um 15:05 auf die Strecke musste. Von einem neutralisierten Start war nichts zu bemerken schon aus der ersten Kurve heraus wurde Druck gemacht und Patrick rauschte an mir und Rico vorbei.39954|300
In diesem Jahr war die Skatestrecke um einen Kilometer verlängert worden dafür wurde die Schwimmstrecke auf Grund der lausig tiefen Temperaturen auf einen Kilometer verkürzt. Nach rund 24 Minuten kam der Führende Skater mit einem ordentlichen Vorsprung angefahren und sein Schwimmer rannte in Richtung See. Dann kam eine Gruppe in der auch die drei Ersten der Single men Kategorie waren nur Patrick der war nicht dabei. Bevor wir uns grössere Sorgen um ihn oder einen möglichen Sturz machen konnten kam er aber schon in die Wechselzone gefahren und brachte rund 2 Minuten Rückstand mit.
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Das war alles im grünen Bereich, im letzten Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt einen Rückstand von über 6 Minuten und wurden trotzdem noch Dritter.
Valerie spurtete Richtung See und ich Richtung Wellenbrecher durch den sie kurze Zeit später schwimmen musste.
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So konnte ich ihre Posistion ermitteln und diese war nach meiner beendeten Zählung doch äusserst positiv.
Wir lagen auf Rang 8 und Valerie schwamm zusammen mit Roger Fischlin dem zweimaligen Sieger beim Biennathlon.
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Sandro war zu diesem Zeitpunkt schon in der Wechselzone und mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt.
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Er hat sein Bike sicher fünf mal umgeparkt bis er die ideale Startposition ermittelt hatte. Irgendwann konnte ich den Führenden Mann aus dem Wasser rennen sehen und gab Sandro zu verstehen, dass er sich bereit halten musste. 2 Minuten später kam Valerie und Sandro srpintete zu seinem Bike und aus der Wechselzone heraus.
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Wir wussten dass wir bei den Teams nun auf Platz fünf lagen und dass bis auf ein Team noch niemand die „Frauenkarte“ gespielt hatte. Das konnte uns nur Recht sein, da nun die zwei Disziplinen anstanden wo die Frauen immer deutlich mehr Zeit verlieren gegenüber ihren männlichen Kollegen. Bereits am ersten Verpflegungsposten meldete der Speaker dass Sandro die Führung im Feld übernommen hatte. Das war nun der Zeitpunkt an dem ich nervös wurde, da nun klar war, dass Sandro mich als Führenden auf die Laufrunde schicken würde. Der Stadionspeaker kam für ein Interview zu mir und befragte mich zum Rennen. Ich erklärte ihm dass uns Sandro schon im Bus angedroht hatte Ernst zu machen und dass dies nun eingetreten war. Als er mich nach meiner Taktik fragte konnte ich ihm nur sagen, dass es keine gäbe und ich einfach mit Vollgas laufen würde. Denn ich wusste ja, dass hinter mir ein paar ganz schnelle Läufer am Start waren, welche ich im direkten Duell nicht schlagen könnte.

Viel Zeit zum überlegen gab’s aber nicht, denn Sandros Führungsmotorrad kam über die Brücke und kurz danach musste ich unter dem Applaus der Zuschauer auf die Strecke. Dieses Mal hatte ich einen Vorfahrer auf dem Mountainbike dabei, der mir glücklicherweise immer schön den Weg zeigte und vor allem den Weg „freiräumte“. So konnte ich mich auf’s Rennen konzentrieren und ihm hinterherrennen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht wieviel Rückstand das nächste Team hatte. Also galt für mich so schnell zu rennen wie irgendwie möglich. Am Berg angekommen wurde schnell klar, dass die angekündete Streckenänderung einen deutlich steileren Anstieg zur Folge hatte und die Wege ziemlich matschig waren. Für die nächste Zwei Drei Kilometer hätte ich gerne meine Trailschuhe gehabt, denn es war wirklich ziemlich schmierig aber die Strecke war toll und ich renne ja so was grundsätzlich gerne. Gleichzeitig war mir klar, dass die schnellen Läufer auf so einem Untergrund nicht viel Zeit auf mich gut machen konnten. Nachdem mein Vorfahrer bei Kilometer Sieben wieder zu mir stiess und ich im schnellen Bergabstück war, gab er mir zum ersten Mal den Abstand nach hinten durch. Den hatte er in der Zwischenzeit per Funk erfahren und bei Kilometer Acht hatte ich offensichtlich noch über zwei Minuten Vorsprung. Ich wusste dass dies ein ordentliches Polster war, aber ich war auch vorgewarnt vom letzten Jahr als ich ein paar hundert Meter vor dem Ziel noch überholt wurde. Das wollte ich mit aller Kraft vermeiden. Ich versuchte die letzten drei, vier Kilometer am Kanal entlang ein schnelles Tempo zu laufen und ging ans Limit. Rund anderthalb Kilometer vor dem Ziel teilte mir mein Vorfahrer mit dass hinten ein weiterer Vorfahrer aufgetaucht sei und noch rund 250 Meter Rückstand hätte. Ich sah schon eine Wiederholung des letzten Jahres und fragte mich wie mein Verfolger wohl so schnell hatte 2 Minuten zulaufen können. Ich legte noch mal eine SChippe drauf obwohl ich schon ziemlich kaputt war und bereitete mich auf sehr harte 1500 Meter vor. Nach rund 300 Metern kam dann die Entwarnung, es war ein Teilnehmer mit Startnummer, der keine Gefahr darstellte. Trotzdem wollte ich nichts mehr riskieren und lief mein Tempo bis ins Ziel durch. Erst als meine Teamkollegen rund 100 Meter vor dem Ziel auf mich warteten machte ich langsamer um zusammen mit ihnen über die Ziellinie zu überqueren. Geschafft- aber zuerst musste ich mich mal hinlegen um wieder etwas Luft zu bekommen. Es hatte gereicht, und Sandro und Patrick haben die Gelgenheit genutzt um mich mit Sekt zu duschen.

Wir waren alle super happy dass wir das geschafft haben. Wir haben unsere Uhren und sind mächtig stolz. Nach Biel kommen wir wieder!

Biennathlon 2009

Der Biennathlon in Biel. Vier Diziplinen im Team. Inline-skaten, Schwimmen, Mountainbike und Laufen.

Der Biennathlon fand dieses Jahr zum zweiten Mal statt, aber für mich war es das erste Mal dass ich dabei war. Und zwar mit unserem Team „swiss-nordic.ch“.
Mit dabei war Valérie Meyer auf der Schwimmstrecke unser Teamcaptain Rico Meyer auf den Inlinern dazu Sandro Spaeth als Mountainbiker und für’s Laufen war ich zuständig.

Start war ungewöhnlicherweise erst um 15:05, was aber den Vorteil hatte, dass wir in Ruhe von Basel nach Biel fahren konnten ohne in Herrgottsfrüh aus den Federn zu müssen.

Mit dem Wetter hatten wir Glück, es begann erst zu Regnen als wir alle wieder im Ziel waren. Die langsameren Teams allerding bekamen noch eine Dusche ab.

Auch mit unserem Abschneiden hatten wir Glück, denn wir landeten auf dem Podium und zwar auf Platz 3. Wir konnten mit 2:56:56 sogar die 3 Stunden Marke unterbieten, was nicht viele Teams schafften.

Das Event war super organisiert und es hat allen riesigen Spass gemacht. Hoffentlich können wir im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Fotos vom Event gibt’s hier: http://www.jan-kunz.net/gallery/v/Biennathlon/

Ergebnisse und Bilder auf der Homepage vom Biennathlon: www.biennathlon.ch

Bobfahren in St. Moritz

St. Moritz das Mekka der Bobfahrer und ich mittendrin. Meine erste Fahrt in einem Bob-ein bleibendes Erlebnis.

Was hat der Juni mit Island und Bobfahren gemeinsam? Auf den ersten Blick recht wenig. Aber am 6. Juni 2008 wurde ich vierzig Jahre alt und befand mich zu dieser Zeit in Island. So weit so gut aber wie passt das Bobfahren in diesen Zusammenhang? Freundlicherweise hatte Liliane eine Überaschungsparty für mich organisiert, die am Wochenende meiner Rückkehr stattfand. Das Geschenk aller Beteiligter war ein Bobtraining in St. Moritz und so schliesst sich der Kreis dann wieder. Die Ereignisse im letzten Juni führten also dazu, dass ich am letzten Freitag im Januar mit Sack und Pack nach St. Moritz fuhr. Mit dabei war natürlich auch Liliane und allerlei Gepäck, der Dacia war voll als ob es für 3 Wochen in die Ferien ginge. Zürich überraschte uns mit einem schönen Stau, der uns so gut gefiel, dass wir fast eine Stunde darin verbrachten. Ansonsten verlief die Anfahrt nach Celerina, wo wir unser Hotel gebucht hatten aber ereignislos. Der Samstag zeigte sich von der Besten Seite, ein quietschblauer Himmel und super Schneeverhältnisse lockten uns auf die Piste, allerdings war es Morgens mit -18°C noch bitterkalt. So toll der Samstag war so schlecht war das Wetter am Sonntag. Teilweise konnten wir auf der Piste gar nix mehr sehen und so verbrachten wir einen grossen Teil des Tages in den verschiedenen Bergbeizen. Dafür war nix los und der Schnee war super. Abends konnte ich dann noch meine Skating Skis zum Einsatz bringen und ein paar Kilometer auf der legendären Engadiner Skimarathon Strecke abspulen. Danach stimmte der Hunger und wir konnten nach längerem Suchen eine richtig tolle Pizzeria finden. Somit war das eigentliche Wochenende beendet und wir konnten uns auf den Montag konzentrieren, denn da stand das Bobtraining mit dem Bobteam Albrecht auf dem Programm-dem eigentlichen Geburtstagsgeschenk des letzten Jahres. Bei heftigstem Schneefall fuhren wir zur alterwürdigen Bobbahn in St. Moritz. Dort war erst einmal Warten angesagt, weil ein britisches Skeleton-Team noch am trainieren war. Das war aber kein Problem, da die Bahn bestens ausgerüstet ist und es ein Restaurant gibt, sogar mit Aussicht auf den Startbereich der Bahn.

Das Bobteam Albrecht-und ich bin dabei

Der Start der legendären Bobahn von St. Moritz

Irgendwann hiess es dann Ausrüstung fassen für mich. Ich bekam einen Helm, Nagelschuhe und ein Kevlarhemd in das ich ca. 2 Mal reingepasst hätte. Kein Wunder da der ideale Bobpilot anscheinend 105 kg auf die Waage bringt und mir dafür doch das ein oder andere Kilo fehlt. Anscheinend führt ein Sturz zu ziemlich heftigen Verbrennungen, sollte man aus dem Bob rausfallen und über das Eis ins Ziel schlittern. Darüber hatte ich mir bis zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Gedanken gemacht. Aber mir wurde auch versichert das Zweierbobs einfacher kippen und ich war ja für einen Viererbob vorgesehen. Uff Glück gehabt! Unser schöner schwarzer Bob stand vor der Umkleidekabine im Schnee, ich war für die Position 2 vorgesehen und lernte erst einmal wie ich einsteigen muss. Hinten am Bob gibt es jeweils ein kleines Trittbrett für die Anschieber auf den Positionen 2 und 3. Dieses braucht man um nach dem Anschieben in den Bob springen kann. Das ungewöhnlich ist nur dass man über Kreuz draufsteigen muss, das heisst mit dem vom Bob abgewandten Bein, denn sonst hat man schwierigkeiten mit dem jeweils Anderen Bein in den Bob zu springen. Dieses Vorgehen schien mir logisch und im Stillstand beim Trockentraining ist das ja alles kein Problem. Da hat man Zeit und muss noch nicht rennen bzw. anschieben. Denn rennen alleine hilft ja auch nicht, man sollte ja noch den schönen schwarzen Bob ebenso auf Geschwindigkeit bringen und der ist gar nicht so leicht.

Bloss nicht absitzen bevor das Kommando kommt... Startkommando abwarten...

Konzentration am Start (Trockentraining)

Nachdem das mit dem Einsteigen bzw. dem Reinspringen geklärt war kam Punkt 2 – ich durfte zwar als Zweiter reinspringen aber nicht absitzen, sonst kämen die Hintermänner nicht mehr in den Bob und das Gefluche von Hinten wäre entsprechend gross. Da heisst es abwarten bis der Bremser an Board ist und OK schreit – erst dann darf man hinsitzen.

Alle Mann im "boot"

Anschieber Kunz

Alle drin

Und noch einmal zum üben

Schieben was das Zeug hält

Wobei das Wort sitzen relativ ist. Beim hinsitzen sollte man in einem doch recht schmalen Rennschlitten darauf achten die ca. 12 mm langen (und in grosser Zahl vorhandenen) Stachel am Schuh nicht dem Vordermann in die Waden zu bohren- auch dann wäre das Gefluche wieder gross- allerdings in diesem Fall von Vorne. Sitzt man dann wirklich auf dem nackten Boden des Bobs, gilt es noch die Hände an die Griffe zu bringen die ebenfalls am Boden montiert sind. Auch hier gilt es über Kreuz zu fassen damit man stabiler sitzt. Was das genau heisst wird dann bald nach dem Start klar aber dazu gleich. Nachdem wir also ein paar Mal unser Trockentraining mit Reinspringen, überkreuzen und vor allem nicht-absitzen absolviert hatten und die Skelettonfahren endlich fertig waren, wurde der Bob an den Start geschoben. Durch den starken Schneefall musste erst der obere Teil der Bahn wieder gereinigt werden. Denn dort gibt auf einer Länge von rund 50 m Rillen am Boden. Diese helfen dem Piloten während der Startphase, wo er ja ebenfalls rennt, den Bob in in der Spur zu halten. An die Lenkseile kommt er ja erst, wenn er einmal im Bob sitzt.

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Auch wenn es nur ein normaler Trainingstag war, so hatte es doch recht viele Zuschauer entlang der Strecke. Viele scheinen den Weg von Celerina entlang der Bahn abzulaufen und den herunterkommenden Bobs zuzusehen. Der Streckensprecher war ebenfalls vor Ort und sämtliche Videoleinwände und Kameras entlang der Strecke waren auch in Betrieb. Irgendwann tauchten unsere Namen auf den Infotafeln auf und die Lautpsrecher entlang der Strecke verkündeten dass der 4er Bob mit Pilot Niki Albrecht am Start wäre. Unsere Namen wurde auch noch alle aufgerufen und so langsam wurde ich doch etwas nervös. Nicht weil ich Angst hatte da hinunterzufahren, das stellte ich mir ähnlich wie bei einer Achterbahn vor, meine Sorge war es eher den Start zu verhauen, weil mir vielleicht einer der Sachen die wir zuvor geübt hatten nicht mehr einfiel. Der Bob stand am Start des Eiskanals und wir daneben – noch mussten wir die Überschuhe ausziehen, welche die Stacheln an den Schuhen schützen und danach unsere Startpositionen einnehmen.

Bob Albrecht am Start

...und los geht's - Vollgas!

Niki gab das Kommando und los gings, voll losrennen und einen Bob schieben steht normalerweise bei mir nicht auf dem Programm und selten sind meine Lauftrainings nur 50 m lang. Irgendwann sprang Niki rein und ich hinterher, gerade noch dran gedacht, dass ich ja nicht absitzen darf und dann kam auch schon das OK von hinten. Alle waren im Schlitten und niemand lag auf der Bahn, der Teil hatte also schon einmal geklappt. Also kurz tief durchatmen und die Hände schön über Kreuz an die Metallbügel dann die Fahrt geniessen – Dachte ich zumindest.

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Während unseres Trockentraings wurde uns noch eingebleut den Kopf oben zu behalten und möglichst auf das obere Kurvenende zu schauen wegen der Wirbelsäule bzw. dem Nacken. Nach den ersten zwei Kurven dachte ich mir das ist schon recht schnell, weil die Bäumen links und recht nur so vorbeiflogen, aber ich war noch recht entspannt. Genau bis zu dem Zeitpunkt als wir ans Horseshoe kamen, eine lange und sehr hohe Kurve, die an sich noch gar nicht so schlimm ist aber dazu dient zu beschleunigen und danach gings dann wirklich ab. Wir hatten in der Zwischenzeit auf etwa 135 km/h beschleunigt und frästen durch einige schnell aufeinanderfolgende Kurvenkombination, ich wusste nun warum ich den Kopf oben behalten sollte, denn es stauchte einen wirklich hefitg zusammen in den Engen Kurven im unteren Streckenteil. Die kamen so dermassen schnell, dass ich mich Fragte wie man da überhaupt noch Zeit hat zum lenken. Aber Niki kennt die Strecke in und auswending und machte seine Sache gut. Dummerweise kannte ich die Strecke nicht und das mit dem nach oben schauen war gar nicht so leicht, vor allem wenn es einen mit 4,5G in die Ecke drückt.

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Ich musste die komplette Fahrt voll auf die Zähne beissen und mich komplett anspannen um den immensen Druck auf meinem Körper abzufangen. Kein Wunder haben die Profis alle einen Stiernacken und sind die reinsten Muskelpakete. Mir hat’s ein paar Mal ganz schön eine in den Nacken reingehauen. Nach 1 Minute und 17 Sekunden war der Spass vorbei und Beat der Bremser wurde aktiv. Wow das war wirklich der Hammer! Und es war mir länger als diese 77 Sekunden vorgekommen, eine Zeit mit der man im übrigen in keinem Rennen wirklich einen Blumentopf gewinnen könnte.

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Gleich nach uns kam der zweite Trainingsschlitten- ein Zweierbob den es promt nach dem Horsehoe zerlegte und bis unten rutschte. Der Fahrer sah nicht sehr glücklich aus als er wieder bei uns im Ziel war. Aber aller Anfang ist schwer vor allem für die Piloten. Man muss eine Bobschule machen und dann heisst es üben, üben und noch mals üben. Und die Fehler die man hier macht tun hier richtig weh, er hat jedenfalls an dem Tag auf die zweite Fahrt die eigentlich jedem Team zusteht verzichtet. Wir aber nicht. Unser Bob wurde auf einen Laster verladen und schon gings mit uns auf der Ladefläche wieder zum Start. Dort war mittlerweile richtig was los, denn die Taxifahrten hatten begonnen. Für 250 CHF kann man einmal runterfahren, zusammen mit einem ehemaligen Welcup-Bobpiloten an den Lenkseilen. Hört sich teuer an, aber damit werden die grossen Kosten für die Bahn finanziert, immerhin rund 1,5 Millionen Franken pro Saison. Irgendwann stand dann auch wieder Bob Albrecht auf der Starttafel und wir konnten unseren zweiten Trainingslauf beginnen. Dieses Mal war es viel cooler, weil ich ja schon wusste was mich erwarten würde. Der Start klappte zwar nicht so super wie beim ersten Mal aber wir sassen alle im Bob. Ich konnte die zweite Fahrt richtig geniessen da ich mich nun auf die Kurven und die damit verbundenen Kräfte besser vorbereiten konnte. Das ganze hat richtig Spass gemacht und ich hab mich sehr über mein Geburtstagsgeschenk gerfreut. So was macht man nicht jeden Tag und ich werde das sicher auch in meinem Leben nicht vergessen. Also noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle die ihren Teil dazu beigetragen haben mir das zu ermöglichen.

Euer Jan

Jungfrau Marathon 2008

Der Jungfrau Marathon 2008, ein Zuschauerbericht.

Bereits zum sechzehnten Mal fand der Jungfrau Marathon in diesem Jahr statt. Da er zu den schönsten der Welt zählt, wollte ich den in diesem Jahr einmal live ansehen. So kann ich mir immer noch überlegen ob ich das Ding mal rennen soll oder nicht. Die nackten Zahlen sind schon so furcheinflössend. Über 1800 Höhenmeter gilt es bis zum Ziel auf der kleinen Scheidegg zu überwinden. Der Start ist in Interlaken und geht dann über eine Schleife nach Böningen und der Halbmarathonpunkt ist in Lauterbrunnen erreicht. Bis dahin gibt’s zwar auch schon Höhenmeter zu überwinden, bei jedem anderen Marathon würde man solche Höhendifferenzen schon mit Respekt begegnen. Aber hier wird vom flachen Teil gesprochen. Denn ab Lauterbrunnen wird den Läufern gezeigt wo der Hammer in Sachen Anstiegen hängt. Bis Wengen gibt es kein Pardon und von Wengen bis ins Ziel ist es nicht nennenswert flacher.

Wir waren schon Freitag Nacht nach Lauterbrunnen gefahren um unser Nachtlager auf dem örtlichen Campingplatz aufzuschlagen. Somit waren wir schon früh Morgens am Ort des Geschehens. Die Idee war es und das Geplänkel auf der ersten Streckenhälfte zu schenken und dann dort wo es interessant wird den Läufern zuzuschauen. Das Ziel war es den Läuferkollegen Andy anzufeuern und nebenher ein paar interessante Fotos zu schiessen.

Da steh gings wir wie damals Maria…Ich steh an der Jungfrau und seh den Dettwiler nicht. Dafür Adrian von dem ich noch nicht mal wusste, dass er dabei ist. Und was sehe ich plötzlich durch meine  offene Blende durch Lauterbrunnen rennen? Meister Schlatter die „Bergkampfsau“ persönlich. Leise rieselte mir etwas aus dem Erinnerungsvermögen… Er hatte das ja mal im Training erwähnt. Kann aber sein, dass das damals auf wenig Fruchtbaren Boden gefallen ist, was die Gedanken auf dem Erinnerungsacker betrifft. Das liegt wohl daran dass mein Erinnerungsacker sprich Hirn aufgrund der im Training gelaufenen Geschwindigkeiten völlig ausgetrocknet war und zur Aufnahme von Saatgut gar nicht im Stande war. Nach diesem kurzen Exkurs in die geistige Landwirtschaft zurück zum Rennen.

Schlatter sah erwartungsgemäss gut aus und war weit vorne. Aber dann ging’s mir wie damals mit Behle… Wo bleibt Behle, nur dass der heute gar nicht am Start war aber auch der Dettwiler gar nicht auftauchte. Irgendwann kam dann Liliane mit der Meldung dass sie ihn gesehen hatte. Das war ein gutes Zeichen. Seine Durchgangszeit allerdings gab mir zu denken. Vielleicht wollte er das Rennen langsam angehen. Ich hatte ihn persönlich nicht sehen können, da ich zu diesem Zeitpunkt meinen Pixelspeicher mit anderen Läufern füllte.

Also machten wir uns mit der extrem überfüllten und noch dazu tierisch langsamen Bahn in Richtung kleine Scheidegg auf. Was dem Touristen mit viel Zeit vielleicht noch Spass macht, war dem rasenden Reporter einfach zu viel. Mensch hat mich dieser Zug Nerven gekostet. Irgendwann war klar, dass die Spitze im Ziel sein würde bevor wir den Berg erklommen hatten. Eine geschlagene Stunde brauchte der Zug bis er endlich oben war. Nachdem er auf unzählige entgegenkommende Züge gewartet hatte. Und unten zogen die Läufer vorbei…

Wir waren am Ende gerade noch rechtzeitig Oben um Adrian noch aus dem Nebel auftauchen zu sehen. Dann begann wieder das Warten auf Meister Dettwiler…Nur kam der nicht. Auch nicht nach einer Stunde und auch nicht nach anderthalb. Nach 5 Stunden beschlossen wir uns auf den Abstieg zu machen um dem drohenden Regen zu entkommen. Andi hatten wir als irgendwo ausgestiegen abgeschrieben. So viel Rückstand konnte einfach nicht sein. Vielleicht hat sein Hefeweizenstand unterwegs gefehlt oder weiss ich nicht was. Er kam nicht.

Heute Abend ein Blick in die Ergebnisliste und da offenbarte sich schreckliches…Er hat’s gepackt aber das war wahrscheinlich kein Spass gewesen wenn ich das so anschaue….Immerhin gefinished- das ist super!

Also leider keine Bilder von Andy dafür ein paar von Adrian. Alles andere will ich hören wenn ich zurück bin.
Adrian wurde 42. mit  3:43.54,6 und einem Rückstand von 40.36,0 min auf den Sieger.

Meister Dettwiler Andy  kam mit 5:23.48,6 und einem Rückstand von 2:20.30,0 ins Ziel. Ich hoffe das Bier hat geschmeckt.

Wanderung zur Trifthütte

Wanderung von Gadmen zur längsten Hängebrücke in den Alpen, der Triftbrücke. Von Dort aus ging’s weiter zur Trifthütte mit Übernachtung. Die Brücke ist spektakulär und es braucht ein wenig Mut darüber zu gehen.

Was lange währt wird endlich gut.

Bis zum Jahr 2005 wäre ich wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen eine Wanderung zur Trifthütte zu unternehmen, da ich sie erstens nicht kannte und es vordergründig „bessere“ Ziele gab die ich noch besucht hätte. Doch dann wurde dort oben eine neue Hängebrücke eröffnet und mir war, nachdem ich die ersten Bilder davon gesehen hatte sofort klar, dass ich diese unbedingt vor Ort anschauen wollte. Aber es sollte doch drei Jahre dauern bevor es am 26 Juli 2008 endlich so weit war. Zusammen mit sieben weiteren Bekannten unternahmen wir das Abenteuer „Trift“.

Die Anreise erfolgte schon am Freitag Abend wo wir im kleinen Örtchen Gadmen abstiegen. Dieses wintzige Dorf liegt an der Strasse hinauf zum Sustenpass. Da wir erfahren hatten, dass es oft zu langen Wartezeiten an der Gondel kommt in den Sommermonaten, standen wir früh genug auf um dann kurz nach Acht an der Talstation zu sein. Offiziell öffnet die Bahn ihren Betrieb erst um neun Uhr, aber wir wussten, dass bei Bedarf die ersten Gondeln schon früher hinaufgeschickt werden. Die Gondeln sind sehr klein und fassen gerade einmal 8 Personen. Die einfache Fahrt kostet 12 Franken und bringt die Wanderer in 10 Minuten nach Oben. Die Fahrt ist sehr spektakulär, da man direkt in die tiefe Schlucht mit ihren steil abfallenden Wänden hineinschauen kann, wenn man darüber hinwegschwebt.

Die Bergstation liegt auf 1300 Metern Meereshöhe und wir konnten uns von dort aus direkt auf den Weg zur Hängebrücke machen. Nach einer Stunde konnten wir dann die Brücke zum ersten Mal sehen und unsere Vorstellungen wurden bei weitem übertroffen. Denn in natura sieht das Ganze noch viel spektakulärer aus als auf den Bildern. Um an den Brückenkopf zu gelangen muss man schon das erste Mal an Ketten nach unten klettern und kann dann direkt in die tiefe Schlucht hineinschauen, welche die Brücke überspannt. Höhenangst wäre hier definitv keine gute Idee. Unsere Gruppe ging ohne grosses Zögern aber trotzdem mit dem unweigerlich aufkommenden flauen Gefühl im Magen auf bzw. über die Brücke. Anderen ging es nicht so gut und brauchten lange bis sie sich schliesslich getrauten. Es ist schon ein komisches Gefühl da hinüber zu laufen, zumal die Brücke doch merklich schwankt, wenn sich mehrere Personen darauf befinden. Durch die Bretter am Boden hat man mehr Aussicht nach unten als einem manchmal lieb ist. Aber viel passieren kann ja eigentlich nicht und wenn man sich das vor Augen hält geht’s auch mit dem drüberlaufen.

Von der Brücke aus hat man einen tollen Blick auf den Gletschersee und den dahinterliegenden Gletscher. Das Panorama ist wirklich sehr beeindruckend und den Aufstieg mehr als wert. Die Brücke war für unsere Wanderung nur der erste Stop und wir kletterten an Ketten entlang durch die Felswand auf der anderen Seite. Da wo es gar nicht mehr ging sind Leitern angebracht die man hinunterklettern kann. Wenig Später waren wir durch die Felswand durch und der Wanderweg führte uns am Hang entlang weiter nach oben.Ein erster grösserer Bach war zum Glück mit Brettern und Leitern begehbar gemacht sonst wäre eine Durchquerung wohl nicht möglich gewesen. Der zweite Bach allerdings hatte keine solchen Hilfsmittel und wir mussten uns eine Stelle suchen wo man von Stein zu Stein hüpfend hinüberkommen konnte. Weiter Oben kam ein Schneefeld mit einer Schneebrücke am Ende, die schon sehr dünn war und die wir aus diesem Grunde nur einzeln überquerten.

Nach Oben hin wurde der Weg immer steiler und war an vielen Stellen recht ausgesetzt. An diesen Stellen waren glücklicherweise aber immer Ketten angebracht, denn ein Ausrutschen hätte dort sicherlich ernste Konsequenzen gehabt. Nach rund 4 Stunden kam zum ersten Mal die Hütte in Sicht, doch trennte uns dorthin noch ein steiler aufstieg durch felsiges Gelände. Aber auch hier gab es Ketten, die uns halfen uns durch die steile Wand zu klettern. Nach etwas 4,5 Stunden inklusive Rastpausen waren wir schlussendlich an der Trifthütte auf 2500 Metern Höhe. Wir hatten Glück früh dort angekommen zu sein, denn kurze Zeit später fing es stark an zu regnen und die nachfolgenden Gruppen mussten den Aufstieg bei nassen Bedingungen hintersich bringen. Mit Kartenspielen und lesen überbrückten wir die Zeit bis zum Abendessen und gegen 22:00 Uhr war allgemeines schlafen gehen angesagt. Im Matratzenlager war es erstaunlich ruhig, aber leider nur bis 5 Uhr als die Ersten sich auf den Weg machten. Da wir ja „nur “ noch zurück ins Tal mussten am zweiten Tag, konnten wir es uns erlauben auszuschlafen. Das bedeutete aber auch für uns um 7 Uhr aufzustehen. In den Bergen ticken die Uhren halt ein wenig anders.

Nach einem guten und ausgiebigen Frühstück ging es bei trockenem aber bewölkten Wetter um viertel vor neun für uns los. Der Weg war durch die Regenfälle von letzter Nacht teilweise sehr rutschig und wir mussten uns sehr konzentrieren um nicht auszurutschen. Obwohl wir bergab gingen, brauchten wir zurück zur Hängebrücke fast gleich lang, wie wir für den Aufstiegt benötigt hatten. Das lag an den vielen technischen Stellen, die bergab genau so viel Zeit benötigen wir bergauf. In der Zwischenzeit war die Sonne herausgekommen. Als wir an der Brücke ankamen hatten wir einen quietschblauen und fast wolkenlosen Himmel. Beim zweiten Mal ist die Brücke schon deutlich weniger furchteinflössend, aber der Einstieg ist auf dieser Seite ungemütlicher als von unten kommend. Da schon recht viel los war, hielten wir uns nicht lange auf und überquerten die Brücke zügig um den anderen Wanderen den Weg freizumachen.

Auf dem Wen hinunter zur Bergstation kamen uns sehr viele Wanderer entgegen, kein Wunder es war ja Sonntag. Unten angekommen, stand unser Picknick auf der schönen Sonnenterasse an. Den Weg hinunter ins Tal wollen wir dieses Mal zu Fuss gehen und nicht die Gondel benutzen. Wieder Erwarten ging der Weg am Anfang mehrheitlich nach Oben und nicht nach unten, was uns spanisch vorkam, denn wir wollten ja ins Tal absteigen. Nach einer Weile konnten wir dann den Grund dafür sehen, denn es kam eine sehr steile seitliche Schlucht ins Haupttal, die wir nur oberhalb queren konnten. Dafür war der Weg im Wald sehr schön und wir hatten einige tolle Aussichten. Nach der Schlucht gings dafür um so steiler ins Tal hinab und unsere Oberschenkel wurde arg strapaziert. Nach rund 1,5 h waren wir wieder bei unseren Autos am Parkplatz unterhalb der Gondelstation.